swabr – enterprise microblogging tool
Vor kurzem wurde ich von Lukas Pfeiffer, Head of Marketing bei swabr angesprochen, ob ich mir das Tool denn nicht genauer ansehen und eventuell auch darüber berichten wolle. Natürlich habe ich mir das System gleich einmal näher angesehen, mich registriert und ein wenig damit experimentiert.
Zu Beginn einmal die Basics:
swabr ist eine Cloud basierte Software (SaaS) aus dem Enterprise 2.0 Umfeld.
Unter Enterprise 2.0 versteht man – einfach erklärt – den Einsatz sozialer Software im Unternehmen, um effizienzsteigernd zu arbeiten und damit Kosten und Zeit zu senken. SaaS (Software as a Service) ist mit Cloud Computing verwand und bezeichnet – ebenfalls vereinfacht ausgedrückt – Software die nicht am jeweiligen Client installiert, sondern quasi virtuell über das Internet zur Verfügung gestellt wird.
Unter Microblogging versteht man, dass in Form eines Streams Kurznachrichten – wie beispielsweise bei Twitter - angezeigt werden.
Genau in diese Kerbe schlägt diese Software. Mittels swabr kann man seine Domain (also quasi was hinter dem “@” einer Mailadresse steht) angeben und damit einen Unternehmenskanal eröffnen. Jede Person mit einer solchen E-Mailadresse hat daraufhin die Möglichkeit diesem Channel beizutreten und Teil der Kommunikation zu werden. Klingt so weit einmal interessant, doch der Nutzen ist im ersten Moment nicht unbedingt sichtbar.
In jedem Unternehmen haben sich inzwischen E-Mails als Kommunikationsform durchgesetzt. Einige Unternehmen verwenden darüber hinaus auch IM (Instant Messaging) Systeme für eine schnellere Kommunikation. Der Vorteil von IM Systemen im Unternehmen liegt auf der Hand und wird auch im Cisco Annual Security Report 2011 erwähnt. So wird bei allen gängigen IM Systemen die Verfügbarkeit des jeweiligen Gesprächspartners angezeigt, was dazu führt, dass Kommunikation schneller als via Mail stattfinden kann. E-Mails gehen manchmal im beruflichen Alltag unter und werden nicht oder verzögert beantwortet. Durch die Verwendung von IM Systemen verringert sich die Beantwortungszeit und auch die Gefahr, dass Nachrichten untergehen wird damit gesenkt.
Der Vorteil von gängigen IM Systemen ist, dass sie sowohl Desktop-based als auch mobil einsetzbar sind, was eine optimale Verfügbarkeit garantiert.
swabr funktioniert hier ein wenig anders. Einerseits ist der Stream an Nachrichten von swabr im Internet (bald auch für mobile Devices) verfügbar, was meines Erachtens nach durch die nicht berücksichtigte Desktop-Variante einen großen Nachteil mit sich bringt. Gleichzeitig sind die gesendeten Informationen nicht an dezidierte Personen gerichtet, sondern entweder für das gesamte Unternehmen oder für verschiedene Peergroups vorgesehen.
Doch ist swabr im eigentlichen Sinne auch kein IM System, sondern ein Microblogging Dienst.
Man darf sich das jedoch nicht so vorstellen, dass jeder Mitarbeiter eines Unternehmens einfach irgendetwas postet und hofft, dass andere dies lesen. Das würde wohl nur zu Chaos und untergehenden Informationen führen. Allerdings liegt meiner Einschätzung die Stärke von swabr darin, dass gerade unterschiedliche Abteilungen über diesen Dienst effektiv in Echtzeit, ortsunabhängig kommunizieren können. Klingt nach Mail? Ist es aber nicht. Da verschiedene Kanäle eröffnet werden können, lassen sich sehr einfach Personengruppen zusammenstellen die gemeinsam an einem Projekt arbeiten und können ohne E-Mail Flut und cc-Wahn einfach immer auf dem laufenden gehalten werden, bzw. aktiv mitkommunizieren.
Die Beta-Version ist derzeit kostenlos und für jedes Unternehmen zu testen. Wenn das System kommerzialisiert wird, stellt sich natürlich die entscheidende Frage ob der Mehrwert potentielle Kosten und das Risiko die eigenen Daten über eine Cloud laufen zu lassen, rechtfertigt.
Mein Fazit jedenfalls ist, dass swabr sehr wohl das Potential mitbringt sich im Unternehmskontext behaupten zu können, wenn das Businessmodell vielleicht noch ein wenig ausgefeilter oder, falls ich es einfach nur übersehen habe, besser kommuniziert wird.





Hallo Michael,
vielen Dank für Deinen Blogpost und Deine Sichtweise auf swabr.
Vielleicht kannst Du es ja mal Deinen Kollegen vorschlagen?
Viele Grüße aus Berlin
Lukas
hallo lukas,
gerne. bedauerlicherweise bringt so etwas immer einen tiefen eingriff in die unternehmensabläufe mit sich, was natürlich einen langwierigen prozess der aufklärung zur folge hätte.
vielleicht kannst du mir noch ein wenig mehr über den direkten nutzen berichten, bzw. auch über die spätere form der kommerzialisierung, da – sollten wir swabr einsetzen – das in zukunft eine wesentliche rolle spielen würde und wir uns schon vor dem “versuch” darüber gedanken machen müssten.
lg
michael